Goldman Sachs Research hat seine Kupferpreisprognosen angehoben. Begründung: Die USA und China konkurrieren inzwischen um dasselbe raffinierte Metall. China fehlt Schrott, und das Land greift auf seine eigenen Lagerbestände zurück, während die USA im Vorfeld möglicher Zölle weiter Kupfer importieren und einlagern. Da auch das Minenangebot schwächer ausfällt als erwartet, verknappt sich der Markt außerhalb der USA schneller als bisher angenommen.
Die neuen Prognosen
- LME-Kupfer Ende 2026: 14.700 $/t, zuvor 13.735 $/t (Terminkurse zum Zeitpunkt des Berichts: rund 14.437 $/t).
- Durchschnitt 2027: 15.400 $/t, zuvor 13.800 $/t (Terminkurse: rund 14.405 $/t).
- Marktbilanz außerhalb der USA: Defizite von rund 950 kt im Jahr 2026 und 220 kt im Jahr 2027, nach zuvor 640 kt und 170 kt.
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| Bisherige GS-Prognose | Neue GS-Prognose | Terminkurse | |
|---|---|---|---|
| Ende 2026 | 13.735 $/t | 14.700 $/t | 14.437 $/t |
| Durchschnitt 2027 | 13.800 $/t | 15.400 $/t | 14.405 $/t |
Daten: Goldman Sachs Research, 19. Oktober 2026. Grafik: Weltinstitut für Investitionen (WII).
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| Bisherige Schätzung | Neue Schätzung | |
|---|---|---|
| 2026 | −640 kt | −950 kt |
| 2027 | −170 kt | −220 kt |
Daten: Goldman Sachs Research, 19. Oktober 2026. Grafik: Weltinstitut für Investitionen (WII).
1. China braucht mehr raffiniertes Kupfer
Chinesische Verarbeiter haben traditionell rund 15 % ihrer Kupfer-Halbzeugproduktion mit Schrott gedeckt, ergänzend zu Kathoden. In diesem Jahr haben strengere Vorschriften zur Umsatzsteuer-Rechnungsstellung für Schrott das inländische Schrottangebot verringert. Die Hersteller kaufen daher mehr Kathoden – und Chinas Kupferbestände sinken. Goldman Sachs erwartet, dass diese Substitution bis weit ins nächste Jahr anhält. Sie erhöht die Prognose für Ende 2026 um rund 945 $/t und den Durchschnitt 2027 um rund 2.985 $/t, teilweise ausgeglichen durch den stärkeren Schrotteinsatz der Hütten.
2. Der Lageraufbau in den USA konkurriert weiter um Metall
Die Bank geht nun davon aus, dass die USA im Jahr 2026 rund 1 Mt überschüssige Kupferbestände aufbauen (zuvor 900 kt), wovon bis Ende September bereits rund 750 kt angesammelt waren. Zölle auf raffiniertes Kupfer gelten vor den US-Zwischenwahlen als unwahrscheinlich, danach steigt das Risiko jedoch; der Markt preist bereits eine nennenswerte Wahrscheinlichkeit eines gestaffelten Zolls ab 2028 ein. Goldman unterstellt daher für 2027 einen weiteren Lageraufbau von 400 kt in den USA (zuvor 380 kt). Höhere US-Importe erhöhen die Prognose für Ende 2026 um rund 250 $/t und den Durchschnitt 2027 um rund 385 $/t.
3. Stärkere Positionierung der Investoren
Das Interesse der Investoren an Kupfer ist mit seinem Bezug zu KI, Elektrifizierung, Energiesicherheit und dem breiteren Thema Sachwerte gewachsen. Statt einer Rückkehr zu neutraler Positionierung erwartet Goldman nun, dass sie bis 2027 nahe am diesjährigen Durchschnitt von rund 16 % des Open Interest bleibt. Das erhöht die Prognose für den Durchschnitt 2027 um rund 775 $/t.
Die wichtigsten Risiken für die Prognose
- Makro und Positionierung: Eine restriktivere Fed und höhere Renditen – etwa wenn Energiepreise die Inflation antreiben – oder ein breiter Ausverkauf bei KI-nahen Aktien könnten das Engagement der Investoren verringern. Bei einer Rückkehr zu neutraler Positionierung würde der Durchschnitt 2027 auf rund 14.600 $/t fallen.
- US-Zollpolitik: Eine frühe Ankündigung eines gestaffelten Zolls ab 2028 würde die US-Importe 2027 beschleunigen. Stiege der US-Lageraufbau auf 800 kt, läge der Durchschnitt 2027 bei rund 16.350 $/t; fiele er bei geringerem Zollrisiko auf 200 kt, sänke der Durchschnitt auf rund 14.900 $/t.
Handelsidee
Goldman Sachs empfiehlt eine Long-Position in LME-Kupfer für Dezember 2027, da die anhaltende Verknappung außerhalb der USA Aufwärtspotenzial bei den Terminpreisen stützt. Die wichtigsten Risiken für diese Position sind ein schwächeres globales Wachstum, eine Umkehr der Investorenpositionierung und ein klares Signal, dass keine Zölle auf raffiniertes Kupfer eingeführt werden – das würde die US-Importe bremsen und anderswo mehr Metall verfügbar machen.
Quelle: Goldman Sachs Research, Commodities Research – Base Metals Analyst, „Copper: Raising Our Price Forecast on US-China Competition“, 19. Oktober 2026 (L. Forcellese, D. Struyven, S. Dart).
Öffentliche Berichterstattung: GBM – Goldman Sachs revisa al alza su previsión sobre el precio del cobre